ABS: Die Schifffahrt hat eine neue Phase bei der Bewältigung der Dekarbonisierung erreicht.

1 September 2026
Quelle: ABS
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Anlässlich der Veröffentlichung des neuen ABS-Berichts „ Entscheidungspunkt: Praktische Wege bis 2035 “ erklärt John McDonald, Vorstandsvorsitzender und CEO von ABS: „Die Branche befindet sich in einer neuen Phase. Viele Jahre lang drehte sich die Diskussion um die Frage, welcher Kraftstoff der Zukunft führend sein wird. Heute ist die Herausforderung umfassender. Reedereien treffen Investitionsentscheidungen für Anlagen, die bis in die 2040er-Jahre im Einsatz sein werden, und müssen dabei regulatorische Unsicherheiten, sich ändernde Markterwartungen und sich entwickelnde Technologien berücksichtigen. Der Erfolg wird davon abhängen, praxisorientierte Entscheidungen zu treffen, die in verschiedenen Zukunftsszenarien Wert schaffen.“

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass es für die Branche keinen einheitlichen Weg gibt. Vielmehr hängt die optimale Strategie von den Handelsaktivitäten der Schiffe, ihrem Betriebsprofil, ihrer regionalen Präsenz, der Treibstoffverfügbarkeit und den kommerziellen Anforderungen ab.

Zu den wichtigsten Ergebnissen des Berichts gehören:

Das Handelsmuster ist wichtiger als der Schiffstyp. Treibstoff- und Investitionsstrategien sollten sich an den betrieblichen Gegebenheiten und Handelsmustern orientieren und nicht allein am Schiffstyp.

Die zunehmende Fragmentierung der Regulierungsbehörden prägt den Markt immer stärker. Reedereien sehen sich vermehrt mit sich überschneidenden regionalen und internationalen Anforderungen konfrontiert, die Investitions- und Betriebsentscheidungen beeinflussen.

Die Kosten für CO₂-Emissionen entwickeln sich zu einem wesentlichen Bestandteil der Betriebsausgaben. Mit zunehmender Reife der CO₂-Bepreisungssysteme gewinnen Kraftstoffeffizienz und Emissionsleistung immer mehr an Bedeutung für die Rentabilität und den Anlagenwert.

Energieeffizienz bleibt die unmittelbarste Chance. Bewährte Technologien und betriebliche Maßnahmen können messbare Verbesserungen erzielen und gleichzeitig die Belastung durch CO₂-bedingte Kosten reduzieren.

Digitalisierung und KI erweisen sich als strategische Wegbereiter. Datengestützte Entscheidungsfindung unterstützt zunehmend die Leistungsoptimierung, das Risikomanagement und die Kapitalplanung.

Die Umsetzungskapazität könnte sich als limitierender Faktor erweisen. Die Verfügbarkeit von Werften, die Qualifikation der Arbeitskräfte, die technischen Ressourcen und die Infrastrukturbereitschaft werden voraussichtlich eine zunehmend wichtige Rolle dabei spielen, wie schnell Dekarbonisierungsstrategien umgesetzt werden können.

Der Bericht benennt außerdem sechs strategische Fragen, mit denen sich die Führungsteams der Schifffahrtsbranche heute auseinandersetzen sollten, darunter Prioritäten bei Flotteninvestitionen, CO2-Kostenbelastung, Kraftstoffflexibilität, digitale Bereitschaft und organisatorische Umsetzungsfähigkeit.

Laut ABS werden die Organisationen, die bis 2035 am besten für den Erfolg aufgestellt sind, nicht unbedingt diejenigen sein, die die aggressivsten Kraftstoffentscheidungen treffen, sondern diejenigen, die die Effizienz verbessern, sich Wahlmöglichkeiten bewahren, digitale Fähigkeiten stärken und Investitionsentscheidungen an den Realitäten des Schiffshandels ausrichten.

„Das kommende Jahrzehnt wird weniger von Prognosen als vielmehr von deren Umsetzung geprägt sein“, sagte Rostom Merzouki, Vizepräsident für globale Nachhaltigkeit bei ABS.

„Der Branche mangelt es nicht an potenziellen Wegen. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Wege in wirtschaftlich tragfähige Maßnahmen in großem Umfang umzusetzen.“

Kategorien: Schiffbau