Baltic Exchange wegen Frachtverlusten in Hormuz verklagt

Von Jonathan Saul2 Mai 2026
Copyright Timon/AdobeStock
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Der Rohstoffhändler Mercuria verklagt die Baltic Exchange, den weltweit führenden Anbieter von Referenzindizes für die Schifffahrt, wegen Verlusten, die nach eigenen Angaben durch Preisdaten für Öltanker verursacht wurden, welche die faktische Schließung der Straße von Hormuz nicht berücksichtigten, wie aus einer Gerichtsakte hervorgeht.

Der Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran, der am 28. Februar begann, hat dazu geführt, dass Hunderte von Schiffen und 20.000 Seeleute im Golf gestrandet sind und nicht mehr durch die wichtigen Engpässe fahren können; nur wenige Schiffe sind bereit, die Fahrten täglich auf sich zu nehmen.

In einer am 30. April datierten und über den High Court von England eingereichten Klageschrift erklärte das in der Schweiz ansässige Unternehmen Mercuria – einer der weltweit führenden Energie- und Rohstoffhändler –, dass die Baltic Exchange ihren Referenzindex für Rohöltanker, bekannt als TD3C , trotz der faktischen Schließung der Meerenge weiterhin veröffentliche.

Die TD3C-Route basiert auf Reisen vom Golf nach China.

„Die Folge waren anhaltende extreme Preisschwankungen beim TD3C, der den zugrunde liegenden Markt, den er abbilden soll, nicht mehr präzise und zuverlässig repräsentiert“, so Mercuria. Dies habe folglich die auf dem Index basierenden Märkte für Schifffahrts- und Frachtderivate verzerrt und gestört.

Frachttermingeschäfte ermöglichen es Anlegern, Positionen zu Frachtraten zu einem zukünftigen Zeitpunkt einzunehmen.

Mercuria, ein Abonnent der Baltic Exchange, erklärte, die Börse habe „ihre oben genannten vertraglichen und/oder gesetzlichen Pflichten verletzt“, unter anderem dadurch, dass sie es versäumt habe, den Referenzindex auszusetzen.

Infolgedessen entstanden Mercuria und ihren verbundenen Unternehmen Verluste aus physischen Frachtverträgen und abgerechneten Frachtderivatverträgen, die an den TD3C gekoppelt waren.

Obwohl solche Verluste noch nicht beziffert werden konnten, werden sie „derzeit auf Hunderte von Millionen US-Dollar geschätzt“, heißt es in der Einreichung.

Mercuria lehnte am Freitag eine Stellungnahme ab.

Die in London ansässige Baltic Exchange, die der in Singapur ansässigen SGX gehört und täglich Referenzkurse und Indizes erstellt, die weltweit für den Handel und die Abwicklung von Frachtverträgen verwendet werden, lehnte eine Stellungnahme ab.

Ein baltisches Mitglied und aktiver Nutzer der TD3C-Route, der aufgrund der Sensibilität der Angelegenheit anonym bleiben wollte, sagte, seine Einschätzung sei, dass die Börse im Rahmen ihrer Benchmark-Richtlinien und -Vorschriften gehandelt und den Markt darüber informiert habe, wie die Routen im Nahen Osten und Golf während des Konflikts bewertet würden.

Seit Kriegsbeginn hat das Baltikum Marktkonsultationen eingeleitet und bietet zudem eine Ausweichroute als alternative Vergleichsmöglichkeit an.

(Reuters)


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