Fincantieri hat das nach eigenen Angaben weltweit erste wasserstoffbetriebene Kreuzfahrtschiff vom Stapel gelassen. Die Viking Libra wurde auf der Werft des Unternehmens in Ancona, Italien, zu Wasser gelassen und wird für den Kreuzfahrtanbieter Viking gebaut. Die Auslieferung ist für Ende 2026 geplant.
Mit rund 54.300 Bruttoregistertonnen und einer Länge von 239 Metern bietet das Schiff Platz für bis zu 998 Passagiere in 499 Kabinen, was Vikings Strategie der kleinen Schiffe entspricht.
Das Schiff wird über ein Hybridantriebssystem mit flüssigem Wasserstoff und Brennstoffzellen verfügen, das unter bestimmten Bedingungen emissionsfreies Fahren ermöglicht. Diese Fähigkeit soll den Zugang zu ökologisch sensiblen Regionen ermöglichen, in denen konventionelle Kreuzfahrtschiffe zunehmenden regulatorischen Auflagen unterliegen.
Das Projekt spiegelt einen breiteren Trend bei Kreuzfahrtanbietern und Schiffbauern hin zu alternativen Kraftstoffen wider, insbesondere angesichts des zunehmenden regulatorischen Drucks in Schlüsselmärkten wie Europa. Während LNG bei vielen Neubauten als Übergangskraftstoff diente, wird Wasserstoff – trotz anhaltender Herausforderungen in Bezug auf Speicherung, Infrastruktur und Kosten – zunehmend als langfristiger Weg zur vollständigen Dekarbonisierung betrachtet.
Für Fincantieri und Viking stellt die Viking Libra den jüngsten Meilenstein in einer Partnerschaft dar, die bis ins Jahr 2012 zurückreicht. Einschließlich bestehender Bestellungen, unterzeichneter Verträge und kürzlich abgeschlossener Optionen – vorbehaltlich der Finanzierung – verfügen die beiden Unternehmen nun über eine gemeinsame Pipeline von 26 Schiffen.
Die Inbetriebnahme unterstreicht die strategische Bedeutung des Fincantieri-Werks in Ancona innerhalb des gesamten Industrienetzwerks. Die Werft erstreckt sich über rund 360.000 Quadratmeter und ist für die Abfertigung von Schiffen bis zu 60.000 Bruttoregistertonnen ausgelegt. Sie verfügt über eine Schwergutkapazität von 500 Tonnen und eine monatliche Rumpfbauleistung von etwa 1.200 Tonnen. Seit 2009 hat die Werft mehr als 20 Schiffe ausgeliefert.
Fincantieri plant weitere Investitionen in Ancona, um die Produktionskapazität auszubauen und gleichzeitig das Programm „Operations Excellence“ standortweit weiter einzuführen. Die Initiative integriert fortschrittliche Technologien wie Automatisierung, kollaborative Robotik, Augmented Reality und künstliche Intelligenz, um sowohl die Fertigungseffizienz als auch die Produktivität der Mitarbeiter zu steigern.
Bild mit freundlicher Genehmigung von Fincantieri