Bericht: USA erlauben russischem Öltanker die Durchfahrt nach Kuba

30 März 2026
© Faraways / Adobe Stock
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Die USA erlauben einem mit Rohöl beladenen russischen Tanker die Durchfahrt nach Kuba, berichtete die New York Times am Sonntag. Dies könnte der Karibikinsel inmitten einer faktischen Ölblockade durch Washington eine wichtige Lebensader verschaffen.

Schiffsverfolgungsdaten zeigten, dass sich der unter russischer Flagge fahrende Tanker Anatoly Kolodkin am Sonntag knapp vor der Ostspitze Kubas befand.

Laut einem Bericht der „Times“, der sich auf einen mit dem Fall vertrauten US-Beamten beruft, ist unklar, warum die US-Küstenwache die Durchfahrt des Tankers genehmigte. Ein gewaltsames Blockieren des Tankers durch Washington hätte jedoch die Spannungen mit Russland auf See verschärfen können.

Die Küstenwache verwies Anfragen zu diesem Thema an das Weiße Haus, das auf eine Anfrage von Reuters nach einer Stellungnahme nicht umgehend reagierte.

US-Präsident Donald Trump hat faktisch alle Öllieferungen nach Kuba blockiert, um Druck auf die Regierung in Havanna auszuüben. Gleichzeitig lockerten die USA vorübergehend die Sanktionen gegen Russland, um die durch den Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran eingeschränkten Öllieferungen zu verbessern.

Unterdessen ist die „Anatoly Kolodkin“ auf dem Weg nach Kuba. Das Schiff legte mit rund 650.000 Barrel Rohöl an Bord vom russischen Hafen Primorsk ab, wie aus den Schiffsüberwachungsdaten der LSEG hervorgeht.

Laut der Schiffsverfolgungsseite Marine Traffic könnte das Schiff schon bald im kubanischen Hafen Matanzas anlegen, wenn es seinen aktuellen Kurs nicht ändert.

Diese Ölmenge würde Kuba eine erhebliche Entlastung bringen, da das Land laut Präsident Miguel Diaz-Canel seit drei Monaten keine Ölimporte mehr erhalten hat, was zu einer strengen Benzinrationierung geführt und eine Energiekrise verschärft hat, die in dem kommunistisch regierten Land bereits zu zahlreichen Stromausfällen geführt hat.

Als das US-Militär am 3. Januar den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro festnahm und ihn zur Verhandlung wegen Drogenhandels in die USA zurückbrachte, entmachtete es einen wichtigen kubanischen Verbündeten, der Havanna zu günstigen Bedingungen mit Öl versorgt hatte.

Die Trump-Regierung blockierte sämtliche venezolanischen Öllieferungen nach Kuba und drohte mit Strafzöllen gegen jedes Drittland, das die Karibikinsel belieferte, woraufhin Mexiko seine Exporte nach Kuba einstellte.

Ein weiteres Schiff russischer Herkunft, die unter Hongkong-Flagge fahrende Sea Horse, war mit 200.000 Barrel Treibstoff an Bord auf dem Weg nach Kuba, wurde aber nach Venezuela umgeleitet.


(Reuters – Berichterstattung von Daniel Trotta in Carlsbad, Kalifornien, Marianna Parraga in Houston und Steve Holland in Washington; Redaktion von Costas Pitas, Jonathan Oatis und Paul Simao)

Kategorien: Regierungsaktualisierung